Kurze Weimarer Stadtgeschichte

5. Jh. Das weit ausgreifende Reich der Thüringer hat eines seiner kulturellen Zentren im Gebiet des späteren Weimar.

899 Erste urkundliche Erwähnung von Weimar als "Vvigmara" in einer Urkunde des Kaisers Arnulf von Kärnten.

1002 Kaiser Otto III. muss die Belagerung der Burg des Grafen von Weimar, der als der mächtigste in Thüringen bezeichnet wird, erfolglos abbrechen.

1254 Urkundliche Erstbezeichnung als Stadt: "in civitate nostra Wimare".

1348 Erstmalige Erwähnung eines städtischen Rates, bestehend aus zwei Ratsmeistern und vier Ratsmannen.

1372 Mit dem Aussterben der Grafen von Weimar-Orlamünde übernehmen die Wettiner die Grafschaft samt der Burg in Weimar.

1410 Die Wettiner verleihen Weimar Stadtrecht und Stadtfreiheit nach dem Vorbild von Weißensee und bestätigen damit ältere Stadtstatuten, die bis ins Jahr 1348 zurück reichen.

1424 Ein verheerendes Feuer vernichtet große Teile der Häuser, der Burg, der Stadtkirche und des Rathauses.

1552 Johann Friedrich der Großmütige wählt nach dem Verlust des Kurkreises Wittenberg die Stadt Weimar zur seiner neuen Residenz; mit ihm kommt der Maler Lucas Cranach d. Ä. in die Stadt.

1617 Die Fruchtbringende Gesellschaft zur Förderung und Pflege der deutschen Sprache und Literatur, auch Palmorden genannt, gründet sich im Weimarer Schloss und ist von 1651 bis 1680 hier ansässig.

1690 Erstmals wird ein Ratsarchiv im Rathaus erwähnt.

1708 Johann Sebastian Bach kommt als Hoforganist und Konzertmeister der Hofkapelle nach Weimar und verlässt die Residenz 1717 gegen den Willen des Herzogs.

1759 Die verwitwete Herzogin Anna Amalia übernimmt die vormundschaftliche Regentschaft für ihren minderjährigen Sohn und beruft 1772 Christoph Martin Wieland als Prinzenerzieher nach Weimar.

1775 Herzog Carl August übernimmt die Regentschaft von einer Mutter und lädt den Dichter Johann Wolfgang Goethe nach Weimar ein.

1776 Goethe tritt als Geheimer Legationsrat in das Geheime Consilium, das oberste Beratungsorgan des Herzogs, ein. Johann Gottfried Herder kommt auf Vermittlung Goethes als Superintendent nach Weimar.

1791 Gründung des Weimarer Hoftheaters, das Goethe bis 1817 leitet.

1799 Friedrich Schiller wählt Weimar endgültig zu seinem Wohnsitz, um hier als freier Schriftsteller zu leben.

1815 Auf dem Wiener Kongress wird das Herzogtum Weimar zum Großherzogtum erhoben. Carl August gibt 1816 als erster deutscher Fürst seinem Land eine Verfassung.

1842 Franz Liszt wird zum außerordentlichen Hofkapellmeister ernannt und wirkt von 1848 bis 1861 in der Stadt.

1846 Weimar erhält Eisenbahnanschluss nach Halle und Erfurt.

1860 Die Herzogliche Kunstschule (1910 zur Kunsthochschule erhoben) wird eröffnet.

1872 Gründung der Weimarer Orchesterschule. Aus ihr entwickelte sich die Herzogliche Musikschule, seit 1930 Hochschule für Musik.

1885 Mit dem Tod des letzten Goethe-Enkels wird das Haus am Frauenplan zum Goethe-Nationalmuseum. Es gründet sich die Goethe-Gesellschaft, die in vier Jahren fast 3000 Mitglieder gewinnt.

1918 Die Novemberrevolution zwingt den letzten Großherzog zur Abdankung.

1919 Im Deutschen Nationaltheater tagt die erste frei gewählte Nationalversammlung und verabschiedet die erste demokratische Verfassung für Deutschland. Nach ihrem Gründungsort nennt man die junge Demokratie "Weimarer Republik". Das Staatliche Bauhaus Weimar wird von dem Architekten Walter Gropius gegründet. Lyonel Feininger, Wassily Kandinsky, Paul Klee, László Moholy-Nagy u.a. wirken als Werkmeister bis 1925 in Weimar.

1920 Weimar wird Landeshauptstadt des aus acht Kleinstaaten gegründeten Landes Thüringen, das bis 1952 besteht.

1932 Deutschland und Weimar feiern den 100. Todestag Goethes mit einem "Welt-Goethe-Jahr". Bei den Thüringer Landtagswahlen wird die NSDAP mit 42,5 % stärkste Partei und bildet mit dem Thüringer Landbund die erste nationalsozialistische Regierung in Deutschland mit Sitz in Weimar.

1937 Die Nationalsozialisten errichten bei Weimar das Konzentrationslager Buchenwald, das die Sowjets nach 1945 als Internierungslager weiter nutzen.

1945 Teile der Innenstadt werden durch völlig unnötige Luftangriffe der Alliierten zerstört.

1948 Das im Krieg schwer beschädigte Deutsche Nationaltheater wird mit Goethes "Faust" feierlich wieder eröffnet.

1949 Zum 200. Geburtstag Goethes hält Thomas Mann eine viel beachtete Gedenkrede im Deutschen Nationaltheater. Das im Krieg teilweise zerstörte Goethe-Wohnhauses öffnet wieder.

1953 Gründung der Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten der klassischen deutschen Literatur in Weimar.  

1999 Weimar wird Kulturhauptstadt Europas

2014 "Der gekochte Goethe" erscheint.